Hauptmenü
Wichtige Infos Drucken E-Mail

auf der RolltreppeReist man in die Ferne, in ferne Länder, dann möchte man etwas erleben, viel erleben. Eindrücke, vom Leben in fremden Ländern, so ganz anders als zu Hause. Besonderheiten, die es daheim so nicht gibt oder zu geben scheint. Und Bekanntes, wie zu Hause eben.

Wer den Weg aus Westeuropa nach Ungarn findet, der kommt in beiderlei Hinsicht voll auf seine Kosten.

"Fährt man von Osten in Richtung Westeuropa, spürt man einen Hauch des Westens zum ersten Mal in Budapest. Reist man jedoch von Westen nach Osteuropa, spürt man hier zum ersten Mal den Hauch des Ostens", schrieb schon um die Jahrhundertwende Robert Edwin Peary, ein passionierter Globetrotter.

Und endlich, seit der Wende Ende der 80ziger Jahre, ist Ungarn wieder so offen, wie es seine Menschen schon immer waren, auch in der dunklen Zeit des Stalinismus, als "fröhlichste Baracke des Ostblocks". Und seitdem hört man aus berufenem Munde, sowohl offiziell wie inoffiziell, Ungarn müsse den Weg, den Anschluss nach Westeuropa finden. Aber müsse das die Magyaren wirklich? Oder sollten eher die Westeuropäer den Weg nach Osten finden...

Wie es auch sei, Ungarn ist und bleibt dort, wo es ist, in Mitteleuropa, an einem Schnittpunkt. Es bleiben ebenso das ungarische Land, und die ungarische Seele, oder, wenn es weniger pathetisch sein soll, die besondere ungarische Mentalität. Dieses Anderssein der Ungarn wird dem Reisenden schon an der Grenze klar, es ist die Sprache. An dieser höchst eigenartigen, ja fast verdächtigen Sprache, mit dem eigenartigen Klang, nicht unangenehm aber sehr fremd, tut man sich am Anfang sicher etwas schwer.

Als die Ungarn vor über 1000 Jahren im Osten aufbrachen, als sie als berittene Horden in Europa einfielen und fremde Gebiete raubten, sie selber nennen es Landnahme, war es ein Kampf ums Überleben, sie mussten mit fremden Völkern, die zuvor gar nicht kannten, leben, sie mussten sich nicht nur gegen slawische und deutsche Völker verteidigen, auch die Osmanen versuchten über diesen Weg nach Europa zu gelangen. Unfreiwillig wurden sie die Bastion für Europa gegen die Türken, und litten unter einer 150jährigen Besetzung türkischer Vorherrschaft. Aber es wären keine Ungarn, wenn sie nicht auch dieser Zeit, durch List und Weisheit, gesundem Realismus und ihrer Offenheit einige positive Seiten abgerungen hätten.

So findet man auch heute immer noch nicht nur Spuren, sondern fast schon monumentgewordene Traditionen in Ungarn. Währen der Magyare seine "Zweitrangigkeit" in der Welt beklagt, hält er Ungarn gleichzeitig für den Nabel der Welt, "Extra Hungariam non est vita, si est vita, non est ita." Was frei übersetzt heißt, ein Leben außerhalb Ungarn ist kein wahres Leben... Nun denn, der Ungar bewegt sich ständig auf dem schmalen Grat zwischen Nationalismus und Chauvinismus, wahrscheinlich waren sie in der dunkelsten Zeit Europas deshalb so anfällig für die Ideen eines gewissen Schinkelhubers.

"Ein Budapester ist ein Mensch, der nach Dir die Drehtür betritt, aber sie vor Dir wieder verlässt." Dieser Spruch drückt wohl am besten die Finesse der Ungarn aus, sich nie vordrängen, aber jede Gelegenheit sofort für sich nutzen.

Das Ungarn sehr an Österreich angebunden ist, merkt man allerorten, besonders im Westteil Ungarns gehen ungarisch Laute häufig im Geschrei nicht immer angenehmer Besucher aus dem Nachbarland unter.

Sei wie es sei, der Tourismus ist eine der wesentlichen Einnahmequellen der Ungarn und gerade da hat das Land einiges zu bieten. So kann Szeged, im Süden Ungarns auf 2500 Sonnenstunden jährlich verweisen, der Westeuropäer muss mitunter nur mit der Hälfte davon leben. Aber das hat auch Nachteile, so sind Dürrejahre nicht selten.

 




Vielleicht auch interessant:
Was ist anders?
Post
Vaci útca
Celldömölk
Telefon
Wie ist diese Stadt?
Sicherheitshinweise- Kriminali
Fundbüro
Zeitungen und Zeitschriften
Geschichte
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 27. Mai 2009 )